Neuer Kontinent, neue Sprache, neue Leute, neue Landschaft, neue Sitten, neues Auto und vor allem neuer Besuch!
Wir landen in Christchurch und haben keine Probleme in Neuseeland einzureisen, obwohl das Land die Einfuhrkontrolle sehr ernst nimmt und nicht nur die Schuhe bis ins letzte Detail geputzt sein müssen. Neuseeland erhofft sich, durch diese Methode das Gleichgewicht der einzigartigen Flora und Fauna des Landes zu schützen und so wenig, wie möglich zu beeinflussen. Per Buss fahren wir ins Zentrum und checken im Jailhouse ein. Ja genau – ein ehemaliges Gefängnis wurde zu einer Lodge umgenutzt und wir haben uns eine Zelle für zwei Nächte gebucht.
Bereits im Vorfeld haben wir uns über die Mietpreise von Autos und Vans informiert und auch die Online Tools (Tradme und Gumtree sind super) nach Backpacker Car Kaufangebote durchgeforstet. Da ich so ziemlich keine Lust verspüre in die gute Schulstube zu sitzen, auch keine Anzeichen von Reisemüdigkeit verspüre und mir mein Tschuderli auch noch nicht auf den Sack geht, entschliessen wir uns, Ausschau nach einem passenden Autoangebot zu halten. Wir kaufen uns bereits am nächsten Tag einen Toyota Estima (in der Schweiz als Toyota Previa bekannt). Da die WOF (Fahrzeugprüfung) bereits im Februar kommt, vereinbaren wir mit den Verkäufern, dass dies vor dem Kauf noch erledigt sein muss. Es gibt einige kleine Dinge die am Fahrzeug noch gefixt werden müssen. In der Zwischenzeit müssen wir aus dem „Gefängnis“ ausziehen, da es ausgebucht ist. Wir können uns bei Scott einquartieren, welcher auch schon unsere Verkäufer durch Couchsurfing aufgenommen hat. Witzige Bekanntschaft und wir übernachten in Kinderbetten… Nach vier Tagen ziehen wir los und fahren über Lake Tekapo zum Mount John und Lake Alexandrjna, wo wir das erste Mal im Auto übernachten. Die Seen sind unglaublich blau und man muss einfach einmal reingesprungen sein…
Aus der Ferne sehen wir auch den Mount Cook. Wir entschliessen uns diesen noch näher anzusehen und fahren nach Aoraki ins Mount Cook Village. Dort gibt’s Wanderungen ins Hooker Valley und eine weitere zur Muller Hut auf 1800 Meter über Meer. Eins lernen wir schnell: In Neuseeland kann man vier Jahreszeiten in einem Tag erleben. Wir essen Frühstück mit allen Jacken und sonstigen warmen Kleidern die wir haben und am Nachmittag schwitzen wir in Shorts und Tshirt.
Wir fahren über den Lake Dunstan weiter nach Queenstown. Nach den ruhigen Tagen in der Natur gerade ein wenig viel Jubel und Trubel in der sehr touristischen Stadt. Aber Queenstown bietet wahnsinnig viel nebst dem „Sehen und Gesehen werden“. Im Zentrum steht der Lake Wakatipu sowie die Bergwelt rundherum und das Nachtleben in der Stadt.
Am 17. Januar ist es soweit, wir können meine Eltern am Flughafen in Queenstown abholen. Nach über fünf Monaten können wir uns in die Arme schliessen. Sie haben die Reise über Singapur und Australien ohne Probleme überstanden. Wir feiern die Ankunft mit einem Apéro und danach gibt’s Pizza. Bei Mam ist dies der Zeitpunkt wo sich die Anspannung so stark löst, dass es in einem Einnicken während dem Essen mündet.
Wir verbringen zwei Tage mit Wandern auf den Queenstown Hill sowie einem Besuch im Birdlife Park wo wir auch Kiwis beobachten können. Die Tiere sind Nachtaktiv und können in der freien Natur praktisch nicht gesichtet werden. Im Park wird die Nacht künstlich zum Tag gemacht und darum kann man mit Hilfe des roten Lichts (können Kiwis nicht sehen) die „Nichtfliegenden Vögel“ beobachten.
Auf der Fahrt nach Wanaka halten wir auch in der Goldgräberstadt Arrowtown und wandern den Sawpit Gully Rund-Trail. Die nächste Wanderung führt uns in Wanaka zum Rob Roy Glacier. Dazu müssen wir mit dem Auto rund 30km über eine Naturstrasse inkl. Flussübergänge zum Ausgangspunkt beim Rasperry Creek fahren. Wir erwischen wiederum herrliches Wetter und auch unser Toyota macht sogar die Rückfahrt problemlos mit. Problemlos? Leider nicht. Retour in Wanaka entdecken wir nach dem Einkaufen den platten Reifen hinten rechts. Mit dem Reserverad geht’s doch noch nach Hause. Am nächsten Tag können wir das Rad reparieren lassen – Kostenpunkt 30N$.
In Wanaka marschieren wir auch noch zum Mount Iron bevor es wieder nach Queenstown nach „Hause“ geht. Am Abend bekommen wir noch Besuch von Josef Neuenschwander – er war Va’s Lehrling auf dem Regierungsstatthalteramt und reist ebenfalls in Neuseeland umher.
Wir gönnen uns Milford Sound. Mit dabei ist auch Josef „Seppu“ Neuenschwander. Die Fjordlandschaft ist beeindruckend. Wir haben nicht nur Wetterglück sondern sehen nebst Robben auch noch Delfine. Die Landschaft ist einzigartig. Schroffe, steile Felswände welche aus dem Meer oder besser gesagt Fjord ragen, Wasserfälle, welche im Sonnenlicht Regenbogen erzeugen und in der Ferne glitzerndes Gletschereis. Wahnsinn. Die 2 ¾ Stunden Fahrt sind jeden Dollar wert.
Den Trip mit den Eltern führt uns weiter in die Catlins. Hier machen wir Übernachtungsstopps in Invercargill, Curio Bay, Kaka Point, Dunedin und Oamaru. Wir erkunden die Küsten, sehen Seelöwen, Robben, Pinguine und Königsalbatrosse. Es gibt Leuchttürme, Wasserfälle, die Moeraki Boulders und dann schaffen wir es auch noch zum südlichsten Punkt der Südhauptinsel beim Slope Point. Wanderungen und auch ein wenig Kultur haben Platz. Das erste und einzige Schloss von Neuseeland, das Larnach Castle oder die erste Kirche von Otago in Dunedin können wir besichtigen und es gibt auch noch einen Halt bei der Whitestone Käserei. Mit der Fahrt durch das Gibbston Valley nach Queenstown endet die gemeinsame Rundreise mit meinen Eltern. In Queenstown werden wir mit einem herrlichen Nachtessen im Bathhouse verwöhnt und am nächsten Tag heisst es schon wieder Abschied nehmen. Wir haben die intensive gemeinsame Zeit sehr genossen. Schön, dass ihr ein Teil von unserer Reisegeschichte seid und ihr den langen Flug zu uns unternommen habt.
Schon bald erwartet uns der nächste Besuch. In fünf Tagen wird uns Daniela Amacher besuchen. Die Zeit bis dahin geniessen wir in Queenstown. Fergburger, Downhill Biken und die Wanderung zum Ben Lomond, BBQ am Wakatipu, joggen, … es wird uns nicht langweilig 🙂














































