Nach der dünnen Luft auf dem Cotopaxi erleben wir das feuchte Gegenteil im Amazonas. Gegensätze wie sie grösser nicht sein könnten.
Schon am Abend nach dem Cotopaxi-Abenteuer besteigen wir den Bus Richtung Amazonas. Bereits beim Busbahnhof in Quito machen wir Bekanntschaft mit den unübersehbaren drei Schweizern Reto, Andi und Martin. Reto wohnt seit zwei Jahren in Otavalo in Ecuador und ist mit einer Südamerikanerin verheiratet. Andi ist ein Jugendfreund von Reto und arbeitet mit Martin zusammen in der Schweiz. Die Fahrt durch die Nacht kann für Andrea und mich noch so unbequem sein. Nach den Strapazen der letzten Nacht würden wir wohl auch noch auf dem Dach des Buses schlafen können. Wir erreichen Cuyabeno nach 10 Stunden Fahrt am nächsten Morgen. Das letzte Bild stammt vom Cotopaxi und heute sitzen wir in einem Boot auf dem braunen Cuyabeno River im Regenwald…
Unsere Lodge hat alles was es braucht – aufgrund der fehlenden Seitenwände sind die Moskitonetze aber umso wichtiger. Im Restaurant haben wir schon eine prachtvolle Vogelspinne gesichtet. Wir erkunden die Umgebung und machen eine mehrstündige Wanderung. Am Abend gibt es auch noch eine feuchtfröhliche Nachtwanderung – wie im Regenwald halt so üblich regnet es. Im Zimmer kommen die Kakerlaken sobald es dunkel wird und sind eben so schnell wieder verschwunden wenn der Tag anbricht. Es folgt der eigentliche Höhepunkt unserer Amazonas-Tour. Wir fahren mit dem Boot zur Laguna Grande. Auf dem Weg erleben wir die artenreiche Fauna. Nebst farbenfrohen Vögeln, gibt es zwei Affenarten zu sehen, eine Anakonda versteckt sich im Gebüsch und die Wasserschildkröten sonnen sich am Ufer. Ein Kapuziner-Affe springt vor unseren Augen und Kameralinsen von einem Baum zum anderen und dies über den Fluss. Wir teilen das Boot mit Spaniern und haben sogar daran gedacht „kühles Blondes“ an Board zu nehmen…
Nach einem Halt bei einem indigenen Volk wo wir lernen aus Juka Brot herzustellen, machen wir uns auf den Rückweg. Sobald es dunkel wird erwachen neue Tiere im Amazonas. Speziell interessieren wir uns für die Kaymane. Sie verraten sich mit den glänzenden Augen im Lampenlicht schon von weitem. Auch eine Eule ist vor den wachsamen Augen unseres Guides nicht sicher.
Den Abend lassen wir einmal mehr in Schweizer-Gesellschaft ausklingen. Das legendäre „Arschloch-Spiel“, welches so manchen Skiferien-Abend ausgefüllt hat, erlebt ein Revival im Amazonas.
Tags darauf paddeln wir den Fluss hoch und überqueren auch kleinere Hindernisse mit Bravour. Abkühlung gibt’s im Fluss und gleich darauf entdecken wir den nächsten Kayman… nur immer schön locker bleiben 😉
Nach einer längeren Siesta in der Hängematte brechen wir auch schon wieder auf Richtung Quito. Der Kontrast zu unserem Bergprogramm war im Amazonas gewaltig und die Tierwelt aber auch die Flora hat uns beeindruckt. Und dies war ja eigentlich erst der „Vorspann“ zum nächsten Highlight „Galapagos“…
































