Auf den Spuren der Inkas

Am 21. August verlassen wir zu Fuss Bolivien und marschieren über die Grenze nach Peru. Unser Pass wird abgestempelt und wir steigen wieder in unseren Bus ein. Am nächsten Morgen um 5 Uhr erreichen wir Cusco. Mit dem Taxi geht’s in unser Hotel und wir dürfen sogar schon das Zimmer beziehen. Nach der langen Busfahrt mit vielen stinkenden Personen um uns sind wir froh, uns nochmals etwas hinlegen zu können. Wir erkunden die nächsten zwei Tage Cusco und kommen nach etwa sechs verschiedenen ATM’s auch endlich zu Geld 😉 Cusco ist bekannt für seine vielen Kirchen, die gemütlichen Café’s und ist Ausgangsort der unzähligen Touren wie bspw. Machu Picchu. Uns gefällt die Stadt sehr gut! Wir haben Glück und es hat noch freie Plätze für die Salkantay-Trekkingtour. Die bekannteste Tour ist der Inkatrail, uns schreckt aber die grosse Masse (500 pro Tag) an Leuten ab. So starten wir am 24. August um 4.30 Uhr unseren 4-tägigen Trek. Zuerst verbringen wir noch einige Stunden im Bus bevor wir in Callacancha (3’550MüM) zu wandern beginnen. Unser Gepäck wird auf Pferde gepackt. Die Gruppe besteht aus unserem Guide Simba, einem Brasilianer, einer Deutschen, einem amerikanischen Ehepaar, einer Südafrikanerin, einem Engländer und uns zwei. Wir wandern etwa 2 Stunden (ca. 7 km) nach Soraypamna (3’850MüM). Hier hat der Pferdeführer Luis bereits unsere Zelte aufgestellt und unser Koch John und der Hilfskoch Alejandro bereiten das Mittagessen zu. Man könnte fast meinen wir seien in einem 5 Stern Hotel am Essen – excelente! Am Nachmittag wandern wir hoch zum Humantay Lake (4’270MüM). Simba, unser Guide versorgt uns mit Cocablättern damit möglichst niemand von uns an der Höhenkrankheit erkrankt. Die Aussicht auf den See und die verschneiten sechstausender Berge ist herrlich und das Wetter ist auch auf unserer Seite. Zurück in unserem Zeltlager wird uns ein feines Nachtessen serviert und um 20 Uhr kuscheln wir uns bereits in unsere Schlafsäcke.
Am nächsten Morgen ist um 5 Uhr Tagwache und es wird uns bereits Coca-Tee ins Zelt serviert, auch wieder um die Höhenkrankheit möglichst zu verhindern. Kurz nach 6 Uhr zotteln wir los. Wir haben den Salkantay-Pass vor uns, welcher auf 4’650müM liegt. Das heisst, wir haben 800 Höhenmeter Aufstieg zu bezwingen und insgesamt etwa 25km zu bewältigen. Nach etwas mehr als drei Stunden stehen wir oben auf dem Pass. Nebst einem kleinen Fotoshooting erklärt uns Simba auch das Ritual mit den Coca-Blättern und wir rufen/beten mit ihm zu den Bergen für einen sicheren Trek. Der Salkantay-Berg (6’271MüM) zeigt sich von der schönsten Seite. Nun heisst’s wieder 1’800 Höhenmeter hinunterlaufen. Unterwegs werden wir wieder bekocht – unsere Köche sind mit den Pferden unterwegs und bereiten immer alles vor bevor wir eintreffen. Gegen Abend erreichen wir Chaullay (2’850MüM). Für 10 Soles pro Person (ca. SFR 3.30) gibt’s hier eine warme Dusche. Wohl die teuerste Dusche unserer ganzen Reise, aber „wir stehen vor Dreck und Staub…“ Nach dem feinen Nachtessen legen wir uns kurz nach 20 Uhr ins Zelt.

Kurz vor 5 Uhr stehen wir auf und es wird uns nebst einem Coca-Tee auch wieder warmes Wasser ans Zelt serviert um uns zu waschen. Heute haben wir bis zum Mittag 15km zu wandern. In Santa Teresa gibt’s nochmals ein letztes Gruppenfoto bevor sich unsere Gruppe auflöst. Einige von uns haben die 5–tägige Tour gebucht. In Hidroelectrica werden wir von unserem neuen Guide Kenneth in Empfang genommen. Gemeinsam laufen wir dem Bahngeleise entlang bis nach Aguas Caliente (etwa 7km). Am nächsten Morgen stehen wir um 4.30 Uhr in die Warteschlange um einen der ersten Busse zum Machu Picchu zu erwischen. Um 6 Uhr öffnen die Tore zum Machu Picchu. Wir sind überwältigt – was für einen imposanten Bau! Bilder haben wir ja schon viele gesehen, aber „live“ hier zu stehen ist nochmals ganz anders :-). Um diese Zeit hat es noch nicht so viele Touristen und wir geniessen die Ruhe vor dem Sturm – täglich sind offiziell 2’500 Personen zugelassen, oft sind es aber in der Hochsaison fast doppelt so viele und in der Zwischensaison dafür weniger. Kenneth führt uns eineinhalb Stunden umher und erklärt uns vieles. Nun ist unsere 4-tägige Tour zu ende. Wir verabschieden uns von unserer Gruppe und erkunden den Machu Picchu nun noch auf eigene Faust. Wir laufen zum „Sun Gate“ hoch. Von hier hat man eine herrliche Sicht auf den ganzen Bau. Auch spazieren wir noch zur Inka-Brücke. Wahnsinn, auf was für Pfaden die Inkas gelaufen sind – hier muss man definitiv schwindelfrei sein. Wir verabschieden uns von den Menschenmassen und machen uns zu Fuss auf den Rückweg nach Aguas Caliente. Am Abend nehmen wir den Zug und Bus und erreichen um 22.30 Uhr wieder Cusco. Die Tour hat uns sehr gut gefallen und wir waren fast etwas erstaunt, wie super alles organisiert war!

Wir geniessen noch den letzten Tag in Cusco und nehmen am Abend den Bus nach Lima. 21 Stunden verbringen wir im Bus und fahren 2’000 Höhenmeter hinunter an die Küste. Wie immer sind wir froh, die Fahrt unfallfrei überstanden zu haben – oft braucht es mehrere Schutzengel, da die Fahrer zum Teil haarsträubend fahren… Wir erkunden zwei Tage Lima, aber die Stadt kann es uns nicht so antun. In unserem Hotelzimmer hat’s ein Jacuzzi und wir haben uns gefreut nach dem Trekking etwas zu entspannen – doch warmes Wasser ist hier Fehlanzeige. Wir treffen uns am 31. August nochmals mit dem amerikanischen Ehepaar vom Trek auf ein Essen bevor wir um 20 Uhr in den Bus einsteigen – wir haben 36 Stunden vor uns bis nach Quito, Equador. Bye Bye Peru…

P.S. In der Zwischenzeit wissen wir auch, wann wir wieder Schweizerboden betreten werden… auf den Tag genau nach 15 Monaten werden wir am 21. November 2014 um 15 Uhr in Zürich landen.

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