Rapa Nui, Easter Island oder auf deutsch Osterinsel wird die isolierte Insel zwischen Französisch Polynesien und Chile genannt. Wir erkunden den faszinierenden Ort für eine Woche und tauchen für einmal oberhalb vom Wasser in eine andere Welt ein.
Von Papeete kommend, erreichen wir Hanga Roa mit rund fünf Stunden Flugzeit und machen schon mal mit der südamerikanischen Gemütlichkeit Bekanntschaft. Bis auch wir durch den „Zoll“ durch sind, verstreicht mehr als eine Stunde. Auch unser Taxifahrer möchte am liebsten aus 3000 Pesos gleich 10 USD machen. Bienvenido Sudamérica!
Doch so schnell lassen sich die Rapa Nui Einwohner nicht kategorisieren. Mit 4’300km Distanz von Papeete und 3’700km von Santiago liegt die Insel nicht nur geografisch zwischen zwei Kontinenten. Einen Fuss haben die Einwohner in der polynesischen und einen in der südamerikanischen Kultur. Dies widerspiegelt sich unteranderem in Sprache, Küche, (Körper)Kunst oder Tanz. Wir wohnen eine Woche etwas ausserhalb vom Zentrum von Hanga Roa – dem einzigen Städtchen auf der Insel. Zuverlässiger als das Warmwasser sind die Kakerlaken ähnlichen Käfer vor und in unserem Zimmer. Dies wiederum erfreut die zwei putzigen, wenige Monate alten Hunde – sie verspeisen ohne zu zögern jeden Käfer ob tot oder lebendig. Wir haben die beiden schnell ins Herz geschlossen und sie uns scheinbar auch.
Wir lassen es gemütlich angehen und informieren uns unter anderem im Museum. Zu Fuss geht es der Küste entlang wo man nicht lange auf die ersten Moai (Gesteinsfigur) und Ahu (Podest auf welchen die Moai stehen) warten muss. Am nächsten Tag starten wir ausgerüstet mit einer 250ccm Maschine zu einer Feierabendfahrt. Für diesen Sonnenuntergang bei „Ahu Akivi“ musste Andrea auf dem Rücksitz etwas leiden… Mir dagegen machte die Naturstrasse auf zwei Rädern ziemlich Spass!
Nach einem Sonnenuntergang folgt genau… ein nächster Sonnenaufgang! So starten wir noch in Dunkelheit und ziemlich eingepackt morgens um 7 Uhr mit unserem Töff. Ob das wohl schlau war? Es beginnt zu regnen… aber am Horizont erkennen wir schon den roten Streifen. Nach rund 40 Minuten treffen wir bei den „Ahu Tongariki“ ein. Während dem Sommer steigt hier die Sonne gleich hinter den Moai auf. Nun, zum ersten Mal auf unserer Reise sind wir im „Winter“ unterwegs und die Sonne steigt dementsprechend etwas westlicher auf. So schlecht kommen die Bilder nicht und wir sind froh, dass Petrus mit uns erbarmen hat. Ohne weiteren Regen kommen wir durch den Tag und erkunden den grössten Teil der Gesteinsformationen. Gut gefällt uns „Rano Raraku“ – die eigentliche Herkunftsstätte der Moai. Wie um Himmelswillen die mehreren Tonnen schweren Felsbrocken von hier über 12km wegtransportiert wurden, bleibt wohl immer ein Rätsel. Die Faszination verbleibt auch mit dem Wissen, dass durch Machtkämpfe, Erdbeben und Tsunamis die bis 10 Meter hohen Moai einst alle gefallen sind. Nur wenige wurden wieder aufgerichtet.
Irgendwie kann man die Osterinseln landschaftlich nicht so richtig einordnen. Die Küste, die Vulkane, die Steppen und immer wieder Pferde die sich darin teils wild aufhalten. Nach der Wanderung zum höchsten Vulkan der Insel, dem „Mt. Terevaka“, steigen wir auch noch in den Untergrund. Bei der einen Höhle kann man unterirdisch bis zur Küste vordringen und sitzt dann in der Küstenfelswand wo sich Welle für Welle daran peitscht– spektakulär!
Ebenfalls zu Fuss geht’s hoch zum Orongo Vulkan. Der Krater ist riesig und die Szenerie mit dem blauen Pazifik im Hintergrund einmalig. Eine traditionelle Tanzshow hat unsere Kulturwoche auf den Osterinseln abgerundet. So ganz ohne Sport geht es dann doch nicht… wir leiden mit Brasilien und Argentinien und nicken schlussendlich anerkennend den deutschen Weltmeistern zu.
Untitled from Samuel Bichsel on Vimeo.






















Hallo Sam und Andrea,
Gibt es auf den Osterinseln nicht ein Kontingent für Besucher? D.h. eine begrenzte Anzahl? Dachte, ich hätte sowas mal gelesen.
LG, Gisela