Inselleben in Französisch Polynesien

Nach dem Camperleben in NZ und AUS folgt nun das Inselleben in Französisch Polynesien. Uns soll’s recht sein. Aber vorerst werden wir mit einem „Grüezi“ und Ukulele Klängen in Papeete empfangen…

Wir haben uns erst in Australien entschieden, wie lange wir uns in Französisch Polynesien aufhalten wollen. Rund einen Monat nehmen wir uns Zeit, um insgesamt sechs Inseln zu entdecken. Papeete ist für unseren Flieger nur eine Zwischenlandung. Wir haben mit den Passagieren leichtes Mitleid, welche anschliessend nach Los Angeles weiter fliegen… Wir aber steigen aus und werden mit Ukulele Klängen sowie Gesang am Flughafen empfangen – da käme auch beim grössten Ferienmuffel (wenn’s so was überhaupt gibt?) Stimmung auf. Danach werden wir von Beni – einem Thurgauer – mit einem „Grüezi“ abgeholt. Seit acht Jahren lebt er in Papeete und hat sein eigenes Guesthouse aufgebaut und ist sogar Ansprechperson für das EDA in Tahiti. Wir bekommen sogleich spannendes über Französisch Polynesien zu hören. Tags darauf erkunden wir Papeete und organisieren die Flüge mit Air Tahiti.

Moorea
Schon am nächsten Tag starten wir mit der ersten Insel – den Katzensprung nach Moorea legen wir mit der Fähre zurück. Mit dem Einheimischen-Bus umrunden wir das erste Mal fast die gesamte Strecke von 60km – es soll nicht das letzte Mal sein. Durch die Mithilfe des halben Buses, steigen wir am richtigen Ort aus und werden von unseren Gastgebern, Sophie aus Belgien und Guillaume aus Frankreich, in Empfang genommen. Wir haben bei Ihnen über „Airbnb“ ein Zimmer gebucht und übernachten so für 32 Franken pro Nacht. Zum Haushalt gehören auch zwei Hunde und eine Katze. Wir verbringen insgesamt neun Nächte hier und erkunden die Insel zu Fuss, per Motorrad, mit dem Bus, im Kayak und ab und zu auch per Autostopp. Wir sind ziemlich sprachlos beim Anblick über die Lagunen. Die Farbenpracht ist gigantisch und die Superlativen gehen uns aus. Die Hotelanlagen, welche man als typisches Bild von Tahiti im Kopf hat, schauen wir uns nicht nur aus der Ferne an. Beim Intercontinental verbringen wir einen ganzen Tag in der Anlage und auch im Sofitel und Hilton machen wir einen Kaffee Halt. Für die Bungalows über Wasser bezahlt man zwischen 600 und 1000 CHF pro Nacht… Für dieses Geld reisen wir anstelle dann doch lieber noch ein wenig länger ;-). Moorea gefällt uns gut und dank dem wir privat wohnen, sind wir auch sofort integriert bei BBQ, Pokerabend und natürlich den WM-Fussballspielen.

Maupiti
Endlich kommen wir in den Genuss der Air Tahiti Flieger. Hier kann man noch literweise Wasser im Handgepäck mitschleppen und auch wenn man 1 Stunde vor Abflug beim Check-in sein sollte – eigentlich reichen auch 30 Minuten… Wir fliegen von Papeete über Bora Bora und dann weiter nach Maupiti. Der zweite Flug dauerte unglaubliche 20 Minuten J. Das beste an den Flügen ist aber die Hammer Aussicht auf die Inseln und seine Lagunen. In Maupiti werden wir von Areti mit Blumen geschmückt und mit dem Boot am Flughafen abgeholt. Der 62-jährige, fast zahnlose Mann führt mit seiner Schwiegertochter auf dem Motu (kleine Insel) Tiapaa die Unterkunft Rose des Iles. Schon bei der Bootsfahrt zur Unterkunft verfolgen wir einen Adlerrochen und flippen fast aus. Unser Bungalow für die nächsten 5 Nächte liegt direkt am Strand und vom Bett können wir das Meer sehen. Die Insel kann man in rund 90 Minuten zu Fuss umrunden. Wir erkunden zudem auch den Manta Point mit dem Kayak. Schon beim ersten Mal sehen wir sieben Mantas. Die Unterkunft kann man nur mit Halbpension buchen – auf dem Motu gibt’s nämlich keinen Laden und auch keine Restaurants. Wir werden mit typischer polynesian Cuisine bekocht und essen dementsprechend viel Fisch. Rohen Fisch. Roter Tunfisch bevorzuge vor allem ich – Andrea liebt die gebratene Variante. Es gibt auch viele Früchte wie die Ananas (aus Moorea sind preisgekrönt und die leckersten der bisherigen Reise), Bananen, Grapefruit oder Papaya. Areti ist legendär und er trumpft jeden Abend mit neuen Weisheiten auf. Von den Wikingern, über die verflossenen französischen Präsidenten, bis hin zur französischen Nationalmannschaft – Areti weis Bescheid. Gemeinsam mit einem französischen 50+ Päärchen erkunden wir auch die Hauptinsel mit dem Velo. Später kraxeln wir auch noch den höchsten „Berg“ Mount Teurufaatiu mit 380 Meter hoch. Was wir hier für eine Aussicht geniessen dürfen schlägt so ziemlich alles! Wir saugen die fast 360 Grad Rundumsicht auf wie kleine Kinder. Je nach Sonneneinstrahlung verfärbt sich das Wasser in neue Grün-Blau-Töne. Wir sind sprachlos. Die Zeit in Maupiti war überaus relaxed und der Abschied fällt uns nicht ganz einfach. Doch die nächste Insel ruft 😉

Raiatea
Dank den Flugverbindungen verbringen wir einen Tag auf Raiatea. Wir haben etwas Wetterpech und verbringen die sieben Stunden Aufenthalt in Uturoa. Es nieselt praktisch die ganze Zeit uns so gibt’s Kaffee mit Brötchen und ein wenig Shopping. Hoffen wir, dass wir in Bora Bora etwas besseres Wetter kriegen.

Bora Bora
Der Name steht für Luxus und man hat automatisch ein Überwasserbungalow mit seichtem blau-türkis-grünem Wasser vor Augen. Unser Reisebudget lässt dies leider nicht zu und somit logieren wir auf der Hauptinsel. Diese ist erschreckend „nicht luxuriös“ und wird dem Ruf von Bora Bora nicht gerecht. Es fehlt ein eigentliches Zentrum und die Häuser sehen heruntergekommen aus. Wir bleiben zwei Nächte und umrunden die Insel à 30km mit dem Fahrrad. Den zweiten Abend verbringen wir im Hauptort Vaitape in welchem momentan ein Festival mit urtümlicher Tanz- und Gesangsshow stattfindet. Wenigstens hier sieht man, die doch für ihre Schönheit bekannten Tahitianerinnen, vereinzelt. In ganz Französisch Polynesien sind 70% der Einheimischen Übergewichtig. Irgendwie hat sich das Schönheitsideal wohl verändert. Ansonsten können wir nun sagen, wir waren auf Bora Bora… aber zu unserem Inselfavorit wird’s nicht.

Rangiroa
Wieder über Airbnb haben wir die „Rangiroa Lodge“ in Rangiroa gebucht Der Flug ins Tauchparadies dauert von Bora Bora doch schon unheimliche 75 Minuten. Rangiroa liegt in den Tuamotus und ist eines der grössten Atolle der Welt (Atoll = ringsförmiges Korallenriff, das eine Lagune umschliesst). Wir landeten mit der Lodge einen Volltreffer. Haben sogar einen kleinen Strand, eine Küche und der Nachbar stellt sich als Berufsfischer raus. Zudem gibt’s auch noch die Pizzeria Chez Philip welchen manchen Italiener in den Schatten stellen würde. Wir teilen uns 10 Tauchgänge und werden dafür mit Haien, Delfinen, riesen Napoleons, Tunas, Barracuda’s oder tausenden von Bigeye Scad verwöhnt. Natürlich waren die vier Delfine ein Highlight. Noch nie haben wir diese bei einem Tauchgang angetroffen. Imposant waren auch die wohl über 50 Grauriffhaie, welche wir auf rund 30 Meter angetroffen haben. Ja, Rangiroa wird seinem Ruf als Tauchmekka mehr als gerecht. Ebenfalls bekannt sind die schwarzen Perlen aus Rangiroa. Ein Besuch bei der Perlenfarm durfte nicht fehlen. Viel Freude bereitet uns auch unser Nachbar. Er füttert fast jeden Abend mit dem Fischabfall die Haie und Rochen an unserem Strand. Ein ziemliches Spektakel! Zudem bekommen wir frischen roten Tuna welchen wir fünf Minuten später roh essen können. Genial! Er schenkt uns auch noch Mahi-Mahi. Diesen brät man kurz an und schmeckt mit etwas Zitrone und Salz einfach köstlich.

<p><a href=“http://vimeo.com/100646915″>Fischfuettern in Rangiroa</a> from <a href=“http://vimeo.com/user22778186″>Samuel Bichsel</a> on <a href=“https://vimeo.com“>Vimeo</a&gt;.</p>
Unseren letzten Abend auf Rangiroa verbringen wir mit Andrea und Klaus aus Österreich. Wir haben uns beim letzten Tauchgang kennen gelernt und die beiden lassen die Tanzshow und Buffet im Luxushotel sausen und fahren mit uns zum Pizza essen. Ein spontaner und witziger Abend – doch leider viel zu kurz!

Wieder mit Muschelketten behängt (traditionelles Abschiedsgeschenk), verlassen wir 45 Minuten vor dem Abflug die Lodge und werden am Flughafen in Papeete von Beni wieder in Empfang genommen. Wir durften die ganze Zeit einen Rucksack bei ihm deponieren und nun profitieren wir auch noch von Taxidiensten. Tripadvisor wollte es nicht akzeptieren – doch ich meine: Beni for Tahiti President! Mindestens das Tourismusdepartement könntest du doch übernehmen?! 🙂

Fast einen Monat durften wir also das Inselleben geniessen. Wer meint, wir hätten hier unser Reisebudget pulverisiert, irrt! Man kann auch hier sehr gut und kostengünstig reisen. Also lieber genügend Zeit mitbringen, damit man noch mehr vom Paradies profitieren kann! Wer aber unbedingt einmal in einem Überwasserbungalow übernachten möchte, kriegt dies auf den Malediven oder auch in Asien definitiv billiger.

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