Von Melbourne bis Cairns

Unser letzter Eintrag ist bereits einige Zeit her…

Am 19. April durften wir in Melbourne Mathias Niederberger in Empfang nehmen. Wir bleiben nochmals zwei Nächte in Melbourne, die Männer besuchen einen Footballmatch und wir feiern das Wiedersehen mit Mathias und haben uns viel zu erzählen. Dann geht unsere Reise zu dritt im Auto los. Wir fahren auf Philipp Island, sehen dort Kängurus und beobachten wie schon in Neuseeland Blaupinguine. Die nächsten Tage führen uns über Lake Entrance, das Cape Conran nach Eden an die Ostküste. Mittlerweilen ist es hier bereits kühler geworden. In Lake Entrance sieht Sam beim Joggen zufälligerweise Delfine aus dem Meer springen. Wir fahren täglich ca. 200-300km und geniessen die Abende mit Kochen, Plaudern, Bier- und Weintrinken. Geschlafen wird zu dritt im Auto, schon etwas eng aber es geht. Weiter fahren wir über Pambula Lake nach Narooma. Hier verbringen wir bereits den letzten Abend mit Mathias. Er fährt am nächsten Tag mit dem Bus und Zug nach Sydney und fliegt weiter nach Cairns um noch etwas Sonne und vor allem Wärme zu tanken. Mathias, herzlichen Dank für deinen Besuch! Wir haben die Zeit mit dir sehr genossen und uns gefreut, dich vor deinem Neustart in Taiwan noch einmal zu sehen!

Im Murramarang Nationalpark gehen wir wandern und sehen am Pebbly Beach viele Kängurus. Eins sogar mit einem Jungen im Beutel. Herrlich, diese Tiere so nahe zu beobachten. Je nördlicher wir fahren umso wärmer wird es wieder und so wagen wir uns in Ulladulla wieder mal ins Meer. Wir besuchen die Jervis Bay, geniessen die schöne Aussicht und die Ruhe. Praktisch keine Touristen sind auf der Strecke zwischen Melbourne und Sydney unterwegs. Wir schauen uns Leuchttürme an, sammeln Muscheln, geniessen immer wieder von neuem die schönen Blicke aufs Meer und unsere Spontanität. Schliesslich stranden wir in Kiama. Wir baden im Rockpool, ein Pool direkt am Meer angelegt und mit Meerwasser gefüllt. Herrlich und sogar gratis – Wahnsinn. Hier ist auch das bekannte Blowhole zu sehen. Aus den Felsen springen immer wieder Meerwasserfontänen hoch. Wir bleiben zwei Tage hier weil’s uns so gut gefällt. Weiter geht’s via Shellharbour nach Sydney. Bis anhin haben wir immer im Auto geschlafen, uns irgendwo hingestellt und die öffentlichen Duschen und Toiletten genutzt. In Sydney haben wir uns ein Hotel reserviert. Wir treffen uns mit Ariane und Yves, welche wir auf der Tour im Outback kennengelernt haben und verbringen einen gemütlichen Abend. Wir besuchen den Markt und Fischmarkt, schlendern dem Harling Harbour entlang, geniessen die Sicht aufs Opernhaus und besuchen die Chinatown. An meinem 30. Geburtstag nehmen wir die Fähre zum Manly Beach und geniessen dort den Tag, treffen später Barbara und Christian auf ein Bier (die beiden haben wir in Indonesien kennengelernt) und gehen fein Essen. Den letzten Tag in Sydney verbringen wir im Zentrum, im Stadtteil „the Rocks“ und im Botanischen Garten. Wir treffen uns nochmals mit Barbara und Christian und lassen den Abend in einem Pub ausklingen – schön euch zwei nochmals getroffen zu haben! Unsere Fahrt führt uns über die bekannte Harbour Bridge von Sydney weg und via Port Macquarie und Coffs Harbour nach Byron Bay. Hier ist der östlichste Punkt von Australien. Wir besuchen den Leuchtturm, geniessen den Strand und sehen bereits beim Frühstücken Delfine – so schön! Über die Gold Coast gelangen wir nach Brisbane. Hier erkunden wir die Stadt zu Fuss und mit dem Gratisboot auf dem Fluss. Wir gehen shoppen, spazieren dem Fluss entlang und kosten das feine Essen. Weiter Richtung Norden erreichen wir Noosa. Schön, nach 9 Jahren wieder hier zu sein. Wir baden im Meer, schlendern durch die bekannte Einkaufsstrasse „Hasting Street“ und joggen der Küste entlang durch den Nationalpark. Die Aussicht ist einfach wunderschön! In Hervey Bay besuchen wir Melissa und Sam. Die zwei sind aus England und arbeiten hier. Wir haben sie in Vietnam kennengelernt. Schlussendlich bleiben wir drei Nächte in dieser Stadt und verbringen zwei lustige Abende mit den beiden. Weiter fahren wir nach Agnes Water und „1770.“ Das Dorf heisst so weil 1770 Captain Cook hier an Land traff. Nach Rockhampton erkunden wir kurz vor Mackay den Hay Point. Hier wird Kohle aus den Minen von ganz Zentralqueensland von den Zügen auf Frachtschiffe verladen und in die ganze Welt exportiert. Interessant zu sehen. Sowieso hat man das Gefühl, in Australien wird jeder Stein umgekehrt, um an Erdressourcen zu gelangen. Schlussendlich stranden wir in Airlie Beach. Sam spricht am Strand eine Frau an ob man hier bereits baden dürfe wegen den giftigen Quallen. Wir kommen ins Gespräch und sie fragt uns, was wir nun vorhaben. Wir sind auf der Suche nach einer Dusche sagt Sam. Spontan macht sie uns das Angebot, bei ihr zuhause zu duschen. Nach kurzem Nachdenken sagen wir zu. Wir verbringen einen gemütlichen Abend, trinken eine Flasche Wein (oder auch zwei…) und plaudern über Gott und die Welt. Schlussendlich dürfen wir sogar bei ihr übernachten. Mary wohnt schon lange in Australien, ist aber in Papua Neuguinea aufgewachsen, hat zwei Töchter und wurde in den 70iger Jahren Miss Papua. Sie hat vor einer Woche einen Segler kennengelernt und gibt uns seine Natelnummer, damit wir ev. mit ihm Segeln gehen können. Wir melden uns bei Steve und planen einen 3-tägigen Segeltörn zu den bekannten Whitsunday Islands. Die ersten zwei Tage lässt der Wind zu wünschen übrig. Aber das 11m lange Segelschiff ist ja zum Glück auch mit einem Motor ausgestattet. Wir besuchen den weltbekannten Whitehaven Beach und haben ihn ganz alleine für uns – wow wow wow! Wir sehen viele Schildkröten und auch einen Stachelrochen, welcher bei einem Stich tödlich sein kann. Wir geniessen das Leben an Deck, essen fein, trinken guten Wein mit unserem Kapitän Steve und lassen die Seele baumeln. Am dritten Tag hat’s genügend Wind um richtig zu segeln. Für uns ein neues und etwas beängstigendes Gefühl wenn das Boot so schräg steht, dass man mit der Hand ins Meer greifen kann. Ein wunderschönes Erlebnis! Zurück in Airlie Beach helfen wir Steve noch mit einigen Reparaturarbeiten. Die beiden ziehen mich 6m in die Höhe um ein Seil wieder einzufädeln. Wir dürfen wieder bei Mary duschen und sie kocht für uns alle ein Abendessen. Ihre Gastfreundschaft beeindruckt uns!!! Uns zieht’s weiter und wir tauchen in Ayr beim bekannten Schiffswrack S.S. Yongala welche im Jahre 1911 gesunken ist. Zwei schöne Tauchgänge, doch Sam seine Taucherbrille geht auf 20m kaputt, einer verliert beim Abtauchen fast die Sauerstoffflasche und die Fahrt auf dem offenen Meer ist trotz Tabletten gegen Seekrankheit eine richtige Tortur und Konzentrationsübung… Wir lernen bei diesem Ausflug zwei Österreicher kennen, Simone und Christoph. Lustig, Simone hat bei Barbara und Christian die Tauchausbildung gemacht, die Welt ist doch manchmal klein. Spontan verbringen wir den Abend gemeinsam, erzählen uns von den Erlebnissen auf der Reise und trinken die eine und andere Flasche WeinJ Am nächsten Tag schauen sich zwei Italienerinnen unser Auto in Townsville an und werden es uns in Cairns abkaufen – das klappt ja wie am Schnürchen. Wir treffen Klomone (Simone und Christoph) wieder und beschliessen ein paar Tage gemeinsam zu verbringen – schlussendlich wurden es zwei Wochen. Wir fahren zu den Wallamann Falls, dem längsten Wasserfall von Australien. Wir sind ja meistens nicht so schnell beeindruckt von Wasserfällen, aber dieser Besuch hat sich definitiv gelohnt. Weiter Richtung Norden schauen wir uns den Mission Beach und die Etty Bay. Vergeblich halten wir Ausschau nach den bekannten Kasuaren (nichtfliegende Vogelart), diese haben sich anscheinend vor ein paar Tagen zurückgezogen um ihre Eier zu brüten. Wir fahren durch unzählige Bananen- und Zuckerplantagen. Und dank dem Navigationsgerät von Klomone fahren wir wirklich mittenhindurch – der kürzeste Weg…;-) In den Tablelands schauen wir uns weitere Wasserfälle an, gehen im Lake Eacham baden, wandern durch den Regenwald und werden Opfer von viiiiiiielen Mücken eine richtige Plage. Natürlich lassen wir vier es und immer gut gehen mit feinem Essen und gutem Wein. In der nähe von Yungaburra schauen wir uns einen Fig Tree an. Ein Gewächs, das dadurch entstand , dass ein von einer Würgefeige umwachsener Baum abstarb und auf einen anderen Baum kippte. Beeindruckend, was die Natur alles zu bieten hat. In Yungaburra halten wir Ausschau nach einem Platypus – auf Deutsch Schnabeltier. Schlussendlich finden wir ein Schnabeltier im Fluss, herzig klein. Beim Mossman Gorge wandern wir wieder durch den Regenwald und geniessen anschliessend eine warme Dusche – normalerweise hat es bei den öffentlichen Duschen „nur“ Kaltwasser, jedoch immer gratis. Wir fahren zum Daintree River und entscheiden uns für eine Flussfahrt. Wir alle möchten noch Krokodile sehen. Schliesslich hat es in Queensland oft Badeverbote in Flüssen und auch im Meer wegen den gefährlichen Tieren. Aber gesehen haben wir leider – oder besser gesagt Gott sei Dank – noch keins. Bruce, unser Kapitän sichtet sofort Schlangen auf den Ästen, schöne Vogelarten und auch wie erhofft Krokodile. Wir sehen vom zweimonatigen Babykrokodil bis zum 4m langen Krokodil (welches ich sogar als erstes entdeckt habe mit dem Fernglas) alles. Eins sehen wir sogar in Action, es springt ins Wasser. Zum Glück sind wir auf dem Boot in Sicherheit. Vor ein paar Tagen wurde jedoch ein Mann von einem Krokodil im Kakadu Nationalpark vom Boot gerissen und gefressen. Das wussten wir zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise noch nicht… Der Ausflug hat sich gelohnt! In Port Douglas essen wir „ne gscheite Jause“ (Ausdruck der Österreicher für ein Mittagspicknick) und baden im Meer. Hier ist es wieder möglich im Meer zu schwimmen. Bis im Mai ist es im nördlichen Queensland wegen den giftigen und tödlichen Quallen nicht möglich ohne Anzug zu baden. In Kuranda geniessen wir die etwas kühlere Luft, schlendern durch die Strassen und schauen uns den Barron Wasserfall an. Wir kommen mit Einheimischen ins Gespräch und sie führen uns durch den dichten Wald mit unzähligen Mücken und Blutegel zu einem alten, dicken Baum welcher für die Aborigines ein spiritueller Ort ist. Zurück beim Auto entfernen wir alle Blutegel von den Füssen und Sam findet später immer noch einen zwischen den Zehen. In Cairns angelangt verkaufen wir wie versprochen den zwei Italienerinnen unser Auto und geniessen noch ein paar Tage mit Klomone die Stadt. Hier findet am Wochenende ein Ironman Triathlon statt, deshalb ist viel los. Unsere Wege trennen sich bald, die beiden müssen noch ihr Auto loswerden. Sam organisiert einen Campervan welchen wir in drei Tagen nach Brisbane – 1700km -zurückfahren müssen. Dies kostet uns nur einen Dollar pro Tag und ans Benzin erhalten wir sogar auch einen Batzen. Unser Flug wird ja von Brisbane gehen. Am letzten gemeinsamen Abend mit Simone und Christoph meldet sich ein Käufer für ihr Auto. Die beiden müssen auch wieder Richtung Süden da ihr Flug ab Sydney ist. Spontan bieten wir den beiden Platz in unserem 5-Sitzplatz Campervan an. Dieser stellt sich jedoch als 3-Plätzer heraus. Trotzdem entscheiden wir uns, zu viert zu fahren. So geniessen wir den Abend in Cairns und stossen auf ihren Autoverkauf an. Die nächsten drei Tage fährt Sam uns die 1700km zurück nach Brisbane, da nur er versichert ist. Wir sitzen zu dritt vorne und einer von uns legt sich jeweils hinten im Camper auf den Boden. Trotz den vielen Kilometern ist die Fahrt zu viert unterhaltsam und wir geniessen die letzten Tage mit den beiden. In Brisbane heisst’s nun Abschied nehmen… Klomone: wir haben die zwei Wochen mit euch sehr genossen und werden noch lange an die vielen gemeinsamen Grillabende, „Jausen,“ und die schönen Erlebnisse denken!!!

Nach zwei Monaten verlassen wir mit vielen wunderbaren Bekanntschaften und schönen Erinnerungen das riesengrosse Land Australien. Wirklich beeindruckend, was wir in dieser Zeit alles gesehen haben. Von wunderschönen Stränden über Regenwald, zum Outback, viele Früchte Plantagen und eine vielfältige und für uns fremde Tierwelt – rundum eine atemberaubende Natur! Das Land hat definitiv viel zu bieten!!! Nun geht’s über Auckland ab nach Papeete in die Südsee 🙂

 

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