Das nächste Weekend verläuft definitiv besser. Wir packen unsere sieben Sachen zusammen und checken aus. Die grossen Rucksäcke können wir im Hotel Treasure lassen. Bei der Schule treffen wir auf Katharina welche auch an der Schule arbeitet und aus Deutschland kommt. Mit dem Public Taxi fahren wir dann nach Downtown um das andere Public Taxi nach Pyin U Lwin zu erwischen. Mit mehrmaligem Durchfragen erreichen wir tatsächlich den „Bus“. Als einzige Touris machen wir es uns bequem auf dem Pickup. Kurz vor der Abfahrt kommen auch die Einheimischen und es wird ziemlich eng. Das Auto will nicht anspringen und wird darum angeschoben… dies passiert dann auch bei einer Kreuzung und auch nach dem Tanken. Die ruppige Fahrt dauert 2 ½ Stunden und führt uns in höheres Gefilde. Pyin U Lwin liegt auf rund 1’100 M.ü.M. und kommt mir vor wie eine Wild West Stadt. Es gibt alte Kutschen und die Häuser haben irgendwie einen Hauch von Saloons. Nach kurzem Frischmachen im Hotel gibt es eine weitere Erfrischung in einem Kaffee. Per Motortaxi fahren wir dann zum Botanischen Garten. Die Anlage ist wunderschön und es gibt auch einen Turm auf welchen man hoch kann. Wir lassen die Seele baumeln und geniessen dann einen Kaffee. Vor dem Rückweg gibt’s Fotoshooting mit Einheimischen und dann spiele ich noch Chinlon (geflochtener Rattanball wird im Kreis jongliert – offiziell eigentlich über ein Netz) mit den Taxi-Chauffeuren. Dafür bekommen wir ohne zu verhandeln den „Normaltarif“ um mit den Töff-Taxis ins Zentrum zu gelangen. Dort angekommen erwischt Katharina gleich noch den Bus nach Mandalay. Das ist Timing. Wir werden beim Hotel abgeliefert und nach kurzem Frischmachen sind wir auch schon wieder auf der Strasse. Pyin U Lwin ist klein aber weis uns zu gefallen. Auf dem Markt testen wir verschiedene Köstlichkeiten und bemerken die kälteren Temperaturen. Die Einheimischen sitzen schon mit Kappen und teils mit Handschuhen da – wir noch mit Flip Flop’s und kurzen Hosen… Zum Ausklang gibt es noch einen Kaffee, bevor wir ins Bravo Hotel zurück kehren.
Auf der Dachterrasse gibt es Frühstück und per Motorbike fahren wir zum Bahnhof. Bis ein Klingeln den nächsten Zug ankündigt, passiert am Ticketschalter erst mal gar nix. Danach brauchts den Pass um ein Ticket zu lösen und mit viel Schreibkram erhalten wir für 6 $ das Zug-Ticket für Uper Class nach Hsipaw. Die Zugfahrt führt uns weiter Richtung Nord-Ost. Die Landschaft ist gewaltig. Blumenfelder und Getreidefelder so weit das Auge reicht. Bauern die auf den Feldern arbeiten und das Korn zu Hütten aufbauen. Immer mal wieder einen Bahnhof „out of the kraut…“ . Das Highlight ist natürlich das Gokteik-Viadukt welches über eine vielleicht 150 Meter hohe Schlucht führt. Das alte Bahngleis in der Schlucht ist noch ersichtlich. Ganz langsam fährt der Zug und man hat Zeit bei offener Türe… seine Bilder und Videos zu schiessen. Immer schön locker bleiben. Die Zugfahrt ist auch sonst ein Highlight. Bei höherer Geschwindigkeit rumpelt es gewaltig und die Blumen und Sträucher suchen sich bei offenen Fenstern den Weg ins Wageninnern.
In Hsipaw nehmen wir das Angebot von einem umtriebigen Jungen am Bahnhof an. Er bringt uns kostenlos ins Zentrum zu seinem Guest House und wir können nach der Besichtigung entscheiden ob wir bleiben wollen oder nicht. Für eine Nacht und 17 $ das Zimmer sagen wir zu. Wir erkunden noch „klein Bagan“ mit dem Velo und erleben noch gerade den Sonnenuntergang. Beim Mr. Food gibt’s dann Abendessen und beim Mr. Shake einen unglaublich guten frischen Früchteshake für 80 Rappen…
Bereits um 5 Uhr ist Tagwache und unser Bus fährt um 5.30 Uhr ab Richtung Mandalay. Er ist gut gefüllt mit Locals. Für 4.5$ fahren wir 5 Stunden Bus. Schon kurz nach der Abfahrt beginnt die junge Mutter mit Baby vor uns zu kotzen. Auf der ganzen Fahrt füllen alle Passagiere rund um uns ihre Kotztüten in regelmässigen Abständen. Uns geht’s gut und wir essen sogar das Ei, welches uns im Lunchsäckli vom Guesthouse mitgegeben wurde. In Pyin U Lwin gibt es einen Boxenstopp und der Car wird mit Wasser gekühlt… die Bremsen sind auch dringend notwendig – nur knapp entgehen wir auf der Fahrt einem frontalen Crash. Um halb 11 erreichen wir schon Mandalay. Wir marschieren an die nächste Strasse, da die Taxichauffeure uns abzocken wollen. Per Motorbike-Taxi fahren wir dann doch noch zurück ins Treasure wo wir auch gleich unser Zimmer beziehen können. Fast wie nach Hause kommen…















